
Viel hilft nicht viel
Im Reinigungsalltag hält sich die Annahme, dass mehr Mittel auch mehr Sauberkeit bringt. Tatsächlich löst eine überdosierte Lösung Schmutz kaum besser. Was zu viel ist, bleibt als Rückstand auf Böden und Oberflächen zurück. Diese Rückstände fühlen sich klebrig an, binden neuen Staub und lassen Flächen schneller wieder schmutzig aussehen. Auf manchen Belägen entsteht mit der Zeit ein Grauschleier, der sich nur mit deutlich mehr Aufwand entfernen lässt.
Hinzu kommt der Weg ins Abwasser. Jeder Tropfen, der nicht für die Reinigung gebraucht wird, landet ungenutzt in der Kanalisation. Richtig zu dosieren schont also Umwelt, Material und Einkauf zugleich. Es ist ein naheliegender Hebel, weil er weder neue Produkte noch neue Geräte erfordert.
Dosieren ohne Schätzen
Die passende Dosierung steht in der Regel auf dem Etikett oder im technischen Merkblatt des Herstellers. Sie richtet sich nach dem Verschmutzungsgrad und teils auch nach der Wasserhärte vor Ort. Bei leichter Verschmutzung genügt häufig die untere Empfehlung. Ein Mittel für hartnäckige Fälle gehört nicht in die laufende Unterhaltsreinigung, sondern wird gezielt dort eingesetzt, wo es gebraucht wird. Werden verschiedene Ansätze benötigt, etwa für Unterhalts- und Grundreinigung, sind eindeutig beschriftete Flaschen und Kanister unverzichtbar.
Im Alltag wird trotzdem oft nach Gefühl dosiert, gerade wenn es schnell gehen muss. Einfache Hilfsmittel machen das Schätzen überflüssig:
- Dosierkappen, Messbecher oder Pumpspender statt eines Schusses aus der Flasche
- Dosieranlagen, die Konzentrat und Wasser automatisch mischen
- Beschriftete Sprühflaschen mit fertig angesetzter Lösung
- Kurze Einweisung, sobald ein neues Mittel eingeführt wird
Wenige passende Mittel statt vieler Spezialprodukte
Über die Jahre sammeln viele Betriebe eine bunte Auswahl an Produkten an: ein Mittel für Edelstahl, ein anderes für Holzmöbel, dazu Sprays für einzelne Sonderfälle. Für die laufende Reinigung genügt meist eine kleine Grundausstattung, etwa ein Neutralreiniger für Böden und Oberflächen, ein Sanitärreiniger und ein Glasreiniger. Weniger Produkte bedeuten weniger Verwechslungen, weniger Verpackung und weniger Platzbedarf im Putzraum.
Bei der Auswahl helfen anerkannte Umweltzeichen wie der Blaue Engel oder das EU Ecolabel. Sie stellen unter anderem Anforderungen an Inhaltsstoffe und Abbaubarkeit. Ein Blick ins Sicherheitsdatenblatt lohnt sich dennoch, denn dort stehen Gefahrenhinweise und Angaben zur Handhabung. Bei Fragen zu Arbeitsschutz und Gefährdungsbeurteilung helfen die betriebliche Fachkraft für Arbeitssicherheit und die Berufsgenossenschaft weiter.
Duft- und Farbstoffe tragen nichts zur Reinigungswirkung bei. Wer auf sie verzichtet, entlastet Abwasser und Raumluft und kommt Menschen mit empfindlichen Atemwegen entgegen.
Mittel mit desinfizierender Wirkung haben ihren Platz dort, wo ein Hygieneplan sie vorsieht, etwa in Arztpraxen. Ohne konkreten Anlass werden sie aus Umweltsicht in der Regel nicht empfohlen. Ob und wo sie nötig sind, entscheidet, wer im Betrieb für die Hygiene verantwortlich ist.
Wiederverwendbare Tücher und Wischbezüge
Mikrofasertücher und waschbare Wischbezüge lassen sich viele Male einsetzen. Sie nehmen Schmutz gut auf und kommen bei vielen Aufgaben mit wenig Reinigungsmittel aus, für manche Flächen genügt Wasser. Einwegtücher haben ihre Berechtigung in Ausnahmefällen. In der laufenden Reinigung erzeugen sie vor allem Abfall.
Damit Mehrwegtextilien hygienisch bleiben, kommt es auf Trennung und Aufbereitung an. Ein Farbsystem schafft hier Ordnung: Tücher für Sanitärbereiche haben eine andere Farbe als Tücher für Teeküche oder Schreibtisch. So landet ein Tuch aus dem WC nicht versehentlich an der Kaffeemaschine. Gewaschen wird nach Herstellerangabe und ohne Weichspüler, weil dieser die Fasern verklebt und die Reinigungswirkung mindert. Danach sollten die Tücher vollständig trocknen. Benutzte und saubere Textilien werden getrennt gelagert.
Mikrofaser besteht aus Kunststoff. Umso mehr lohnt es sich, Tücher pfleglich zu behandeln und lange zu nutzen, statt sie früh auszusortieren.
Wasser und Energie im Blick
Zur Umweltbilanz der Reinigung gehören auch Wasser und Strom. Feuchtes Wischen mit gut ausgewrungenen Bezügen kommt mit deutlich weniger Wasser aus als nasses Wischen und schont zugleich empfindliche Böden. Das Wischwasser wird gewechselt, sobald es sichtbar verschmutzt ist, denn trübes Wasser verteilt den Schmutz nur.
Liegt die Reinigung in Zeiten, in denen Räume ohnehin beleuchtet und beheizt sind, entsteht für Licht und Heizung kaum zusätzlicher Energiebedarf. Frühmorgens oder direkt nach Feierabend ist das oft der Fall. Bei Reinigungsmaschinen lohnt ein Blick auf Wasser- und Stromverbrauch und auf die eingebaute Dosiertechnik. Regelmäßig gewartete Geräte arbeiten zudem gleichmäßiger.
Arbeitsweise, Einkauf und Entsorgung
Neben Mitteln und Tüchern zählt die Arbeitsweise. Wer losen Schmutz zuerst trocken aufnimmt, braucht beim feuchten Wischen weniger Wasser und Mittel. Gearbeitet wird von oben nach unten und von sauber nach schmutzig, damit Staub nicht auf bereits gereinigte Flächen fällt. Schmutzfangmatten im Eingang halten Straßenschmutz zurück, bevor er sich im Gebäude verteilt, und verringern so den Aufwand auf den Fluren. Ein fester Plan, welches Mittel in welchem Bereich verwendet wird, verhindert, dass spontan zu einem unnötig starken Produkt gegriffen wird.
Auch beim Einkauf und bei der Entsorgung lässt sich einiges bewegen:
- Nachfüllgebinde statt vieler kleiner Einzelflaschen
- Konzentrate, sofern sie zuverlässig dosiert werden
- Handtuch- und Toilettenpapier aus Recyclingpapier
- Reste nicht in den Ausguss geben, sondern nach Herstellerangabe entsorgen
- Leere Gebinde der vorgesehenen Sammlung zuführen
Fazit
Umweltschonend reinigen heißt vor allem: genau dosieren, mit wenigen passenden Mitteln arbeiten, Tücher sorgfältig aufbereiten und lange nutzen. Das entlastet das Abwasser, schont Oberflächen und vereinfacht den Einkauf. Welche Mittel und Abläufe zu Ihren Flächen passen, klärt Südklar bei Fragen gemeinsam mit Ihnen vor Ort.
Kurz gefragt
Reinigen umweltschonende Mittel genauso gründlich?
Anerkannte Umweltzeichen stellen neben ökologischen Kriterien auch Anforderungen an die Reinigungswirkung. Entscheidend ist, dass das Mittel richtig dosiert und passend zum Material eingesetzt wird. Bei sehr hartnäckigen Verschmutzungen kann gezielt ein stärkeres Mittel nötig sein, ohne dass die gesamte Reinigung umgestellt werden muss.
Sind wiederverwendete Mikrofasertücher hygienisch?
Das hängt von der Aufbereitung ab. Werden die Tücher nach Herstellerangabe gewaschen, vollständig getrocknet und nach Bereichen getrennt eingesetzt, spricht in der Regel wenig dagegen. Wo besondere Anforderungen gelten, etwa in Praxen, richtet sich die Aufbereitung nach dem Hygieneplan.


