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Praxis-Tipps · 4 Minuten Lesezeit

Fenster- und Glasreinigung im Betrieb: mehr als nur die Scheibe

Saubere Scheiben allein reichen selten. Rahmen, Falze und Fensterbänke gehören dazu, und der Zeitpunkt entscheidet mit darüber, wie lange das Ergebnis hält.

Reinigungskräfte auf einer Hebebühne vor einer Glasfassade
Symbolbild · Foto: Priscilla Du Preez / Unsplash

Glas, Rahmen, Falz: woraus ein Fenster besteht

Wer an Fensterreinigung denkt, hat zuerst die Scheibe vor Augen. Für ein gepflegtes Gesamtbild gehört aber mehr dazu. Rahmen und Flügel fassen das Glas ein und sind Wetter, Staub und Berührungen ausgesetzt. Der Falz ist der Bereich zwischen beweglichem Flügel und festem Rahmen, den man erst bei geöffnetem Fenster sieht. Dort sammeln sich Staub, Insekten und Blätter, und dort sitzen auch die Dichtungen.

Viele Kunststoff- und Aluminiumfenster haben im unteren Rahmen kleine Öffnungen, durch die Regenwasser nach außen abläuft. Sind sie verstopft, kann sich Wasser im Rahmen stauen. Bei einer gründlichen Reinigung lohnt sich deshalb auch ein Blick auf diese Stellen.

Zu einem vollständigen Fenster gehören damit:

  • Glasflächen innen und außen
  • Rahmen und Flügel
  • Falze und Dichtungen
  • Fensterbänke innen und außen
  • Griffe und sichtbare Beschläge

Wo im Betrieb überall Glas ist

In Betrieben endet die Glasreinigung selten am Fenster. Eingangstüren aus Glas sammeln Handabdrücke, Glastrennwände gliedern Büros, Schaufenster zeigen Ware, und in Autohäusern prägen große Fensterflächen den Verkaufsraum. Jede dieser Flächen wird anders genutzt und verschmutzt anders.

Bei Schaufenstern kommt hinzu, dass Dekoration und Ware dicht hinter dem Glas stehen. Für die Innenseite muss dann geklärt sein, wer die Auslage zur Seite räumt und wieder aufbaut. Auf Glasdächern und flach geneigten Flächen von Wintergärten bleiben Laub und Blütenstaub länger liegen, weil Regenwasser dort langsamer abläuft.

Es hilft, vor der Planung alle Glasflächen zu erfassen und dabei zu notieren, ob sie nur innen oder auch außen gereinigt werden sollen. Eine solche Liste kann etwa so aussehen:

  • Fenster und Oberlichter
  • Glastüren und Eingangsanlagen
  • Glastrennwände und verglaste Besprechungsräume
  • Schaufenster und Vitrinen
  • Wintergärten und Glasdächer
  • Spiegel in Sanitär- und Empfangsbereichen

Der richtige Zeitpunkt

Wann Fenster gereinigt werden, beeinflusst das Ergebnis stärker, als man vermuten würde. Direkte Sonneneinstrahlung trocknet die Scheibe schneller ab, als sich das Wasser abziehen lässt. Die Folge sind Streifen. Ein bedeckter Tag oder die Gebäudeseite, die gerade im Schatten liegt, eignet sich deshalb besser.

Die Jahreszeit hat ebenfalls Einfluss. Nach dem Winter haften an tief liegenden Scheiben oft Spritzschmutz und Reste von Streusalz, im Frühjahr legt sich Blütenstaub auf das Glas, im Herbst tragen Laub und Regen Schmutz in die Falze. Manche Betriebe legen die Reinigung deshalb bewusst hinter solche Phasen.

Dazu kommen Anlässe im Betrieb: eine Eröffnung, ein wichtiger Kundentermin, das Ende von Bauarbeiten in der Nachbarschaft oder der Auszug eines Mieters. Wer solche Termine kennt, kann die Glasreinigung frühzeitig einplanen. Stehen im selben Raum noch Schleif-, Maler- oder Bodenarbeiten an, kommen die Fenster zum Schluss an die Reihe, sonst ist das Ergebnis schnell dahin.

Im Betriebsalltag zählt auch die Tageszeit. Fensterreinigung an Arbeitsplätzen stört weniger, wenn sie vor Arbeitsbeginn, nach Feierabend oder am Wochenende stattfindet. In Läden bietet sich die Zeit vor der Öffnung an, damit Kunden nicht um Eimer und Abzieher herumlaufen müssen.

Vorbereitung und Zugang klären

Damit die Reinigung zügig läuft, sollten Fensterbänke frei sein. Pflanzen, Ordner und Dekoration kosten Zeit und stehen beim Öffnen der Flügel im Weg. An Arbeitsplätzen direkt am Fenster sollten Bildschirme und Unterlagen vor dem Termin gesichert sein.

Bei hoch liegenden Flächen gilt: Nicht jede Glasfläche lässt sich mit üblichen Mitteln vom Boden oder von innen erreichen. Das sollte vor dem Auftrag offen besprochen werden, damit keine falschen Erwartungen entstehen.

Vorab zu klären sind außerdem diese Punkte:

  • Sind Fenster mit Kontakten der Alarmanlage verbunden, und wann dürfen sie geöffnet werden?
  • Lassen sich alle Flügel öffnen, oder gibt es feste Verglasungen, deren Außenseite von innen nicht erreichbar ist?
  • Wie sind Oberlichter und hohe Scheiben sicher zu erreichen?
  • Sollen Jalousien, Lamellen oder Rollos mitgereinigt werden, oder gehören sie nicht zum Auftrag?
  • Gibt es Gläser mit Beschichtung oder Folie, für die der Hersteller besondere Hinweise gibt?

Material, Mittel und Turnus

Rahmen aus Holz, Kunststoff oder Aluminium vertragen nicht dieselben Mittel. Lackierte Holzrahmen können empfindlich auf scharfe Reiniger reagieren, und Dichtungen sollten nicht mit Mitteln in Berührung kommen, die das Material angreifen. Bei beschichteten Gläsern, etwa mit Sonnenschutz, gelten die Angaben des Herstellers.

Für streifenfreies Glas kommt es weniger auf die Menge des Reinigungsmittels an als auf sauberes Wasser, gutes Werkzeug und eine geübte Technik. Zu viel Mittel hinterlässt eher einen Film auf der Scheibe.

Einen festen Turnus, der für alle Betriebe passt, gibt es nicht. Ein Ladengeschäft mit viel Laufkundschaft vor der Scheibe hat andere Anforderungen als eine Lagerhalle mit Oberlichtern. Wie oft gereinigt wird, richtet sich nach Lage, Nutzung und Anspruch und wird gemeinsam mit der Reinigungsfirma festgelegt.

Was zwischen den Reinigungen hilft

Ein Teil der Verschmutzung entsteht im Betrieb selbst und lässt sich mit wenig Aufwand verringern. Das verlängert die Zeit, in der Glasflächen ordentlich aussehen, und erleichtert die nächste Reinigung.

Bildet sich in der kalten Jahreszeit oft Feuchtigkeit an den Scheiben, entstehen leicht Wasserränder, und an Dichtungen kann sich Belag festsetzen. Lüften hilft. Bleibt die Feuchtigkeit hartnäckig, sollten Fachleute die Ursache prüfen.

Einfache Gewohnheiten im Team machen ebenfalls einen Unterschied:

  • Griffleisten an Glastüren nutzen, statt gegen die Scheibe zu drücken
  • Plakate im Schaufenster mit Haltern befestigen, die keine Klebereste hinterlassen
  • Aufkleber auf beschichtetem Glas nicht selbst mit Klingen abkratzen
  • Fensterbänke nicht als Dauerablage für Kartons und Unterlagen verwenden

Fazit

Gute Glasreinigung im Betrieb beginnt mit einer vollständigen Liste der Flächen und endet nicht an der Scheibe: Rahmen, Falze und Fensterbänke prägen das Ergebnis mit. Wer Zugang, Material und Zeitpunkt vorher klärt, spart Zeit und Ärger. Welcher Umfang sinnvoll ist, zeigt eine Besichtigung vor Ort, zu der Südklar Gebäudereinigung gern in Ihren Betrieb kommt.

Kurz gefragt

Warum entstehen nach dem Fensterputzen Streifen?

Häufige Ursachen sind zu viel Reinigungsmittel, verschmutztes Wasser oder Sonne, die das Glas zu schnell trocknen lässt. Auch Schmutz aus Rahmen und Falz kann beim Abziehen auf die Scheibe gelangen. Deshalb ist es sinnvoll, Rahmen und Falze vor dem Glas zu reinigen.

Gehören Rahmen und Falze automatisch zur Fensterreinigung?

Das hängt vom vereinbarten Umfang ab. Halten Sie im Auftrag fest, ob nur das Glas oder auch Rahmen, Falze und Fensterbänke gereinigt werden sollen. So entstehen keine unterschiedlichen Erwartungen.